viel Herzlichkeit
Vorgestern Nachmittag sind wir zusammen mit Zoila zu Franciscos
Kinderheim und in seine Geburtsklinik gefahren. Alle konnten sich
noch gut an ihn erinnern und haben sich riesig über unseren
Besuch gefreut. Francisco hatte sehr gemischte Gefühle, die er
aber leider nicht richtig ausdrücken konnte. Er hat es
jedenfalls in vollen Zügen genossen, dass ihn alle so
süß fanden (und immer noch finden) und herzlich empfangen
haben. Er sagt, dass er sich an nichts mehr erinnern kann (kein
Wunder), aber als er dann neben seinem ehemaligen Kinderbettchen
stand, kamen ihm wohl doch etwas seltsame Gefühle. Er hat sich
alles ganz genau angeschaut und viel mit den Fotos verglichen, die
wir damals gemacht haben und die wir ihm ja schon öfters
gezeigt haben. Wir haben die Gelegenheit genutzt, weitere Fotos zu
machen und uns Namen aufzuschreiben, die wir damals vergessen
hatten.
Gestern abend sind wir dann nach einer langen, aber
erträglichen Busfahrt (neuerdings haben die Busfahrer von
Línea strikte Zeitvorgaben bekommen, so dass sie nicht mehr so
rasen können wie früher) in Jaén angekommen. Wir
hatten Ralph per Mail gebeten, uns am Busterminal abzuholen, aber
da stand nicht nur Ralph, sondern auch noch Homero, Audina,
José Carrasco und Chana mit ihren 3 Kindern Carlos,
Fátima und Carolina. Ein toller Empfang!
Paco hat uns gleich in das schöne und sehr geräumige
"Casa de Voluntarios" (Haus für freiwillige Mitarbeiter)
einquartiert, so dass wir uns hier netterweise die Hotelkosten
sparen und viel mehr Platz für uns haben. Unsere peruanischen
Freunde haben uns natürlich auch angeboten, bei ihnen zu
wohnen, aber so ist es uns doch lieber, da wir so auch niemand eine
Woche lang aus seinem Zimmer/Bett verjagen. Denn ein
Gästezimmer o.s.ä. hat hier natürlich keiner und
deshalb schlafen Gäste immer bequem im Bett der Gastgeber, die
sich in der Zwischenzeit mit ihren Kindern oder Verwandten
zusammenquetschen. Eine Selbstverständlichkeit, die in unseren
"zivilisierten" Ländern wohl eher selten anzutreffen
ist...
Heute früh haben wir dann erstmal saugemütlich
ausgeschlafen - so gut es ging, denn die dauernd vorbeirasenden
Mototaxis machen einen ziemlichen Radau. Die Kinder waren dann
bestens gelaunt, was aber leider nur bis zur obligatorischen Dusche
(in Jaén ist's selbst in der Regenzeit
heißßßß! 25 bis 30 Grad sind auch in der Nacht
ganz normal) anhielt. Marco mag nämlich immer noch keine
Duschen, ausser wenn das Wasser mehr als 37 Grad hat.
Mittags waren wir bei Chana eingeladen, dann kurz heim zum
Mittagsschlaf und nachmittags zu Audina. Für alle war es eine
riesengroße Freude uns wiederzusehen. Wir wissen nicht, womit
wir soviel Sympathie verdient haben! Selbst die Kinder - die in den
3 Jahren um EINIGES größer geworden sind - mögen uns
immer noch total gern. Carolina, eine der Töchter von Chana,
hat uns sogar gebeten, ihre Paten bei ihrem 15.Geburtstages zu
sein, der zufällig in diese Woche fällt. Das machen wir
natürlich sehr gerne - auch wenn wir noch keine rechte Ahnung
haben, was das genau bedeutet, hihi.
Von Audina sind wir dann mit einem Mototaxi (Marco und Francisco
sind übrigens total begeistert vom Mototaxi-Fahren!) direkt
zum "Restaurante Turístico Berlin" gefahren, wohin uns der
Radio-Direktor Paco eingeladen hat. Auch er hat sich sehr über
unseren Besuch gefreut, war super gut gelaunt und hat uns
begeistert erzählt, was sich in der Zwischenzeit alles im
Radio verändert hat. Andys IT-Nachfolger Ralph war auch mit
eingeladen und unsere Kinder waren super brav, obwohl die
(erneute!) Ratscherei der Erwachsenen für sie furchtbar
langweilig gewesen sein muss. Aber sie fanden Paco und Ralph auch
sehr sympathisch und das "Carne Seca" (das ist an der
Wäscheleine(!) getrocknetes und dann fritiertes Rindfleisch)
mit Bananenchips hat ihnen sehr gut geschmeckt. Sogar Marco hat
heute mal ganz brav gegessen.
Dank guter Laune, zu langem Mittagsschlaf, drückender Hitze
und einer benachbarten Disco (stöhn) sind sie dann nur sehr
schwer eingeschlafen, so dass uns auch heute abend wieder keine
Zeit bleibt, Euch neue Fotos zu bieten. Sorry! Aber dafür hat
Andy an unserem letzten Abend in Chiclayo schon mal angefangen, den
Urlaubsvideo zu schneiden. Die ersten 10 Minuten (der Anfang dauert
immer am längsten) sind schon fertig, juchhu!
Jaén kommt uns vor als hätten wir es erst gestern
verlassen. Aber ein paar Sachen haben sich natürlich schon
verändert: manche Einkaufsläden gibt es nicht mehr oder
sind umgezogen, viele neue Geschäfte (v.a. Handy- und
DVD-Läden, Telefonier-/Internet-Cafes, Fotogeschäfte vom
Typ "Ihre Digitalfotos auf Kodakpapier in Sekunden" und
Spielcasinos) sind dazugekommen und das Schönste von allem:
einige der schrecklichen Staubpisten sind inzwischen betoniert.
Auch die Straße vor dem Radio Marañón schaut jetzt
richtig schön aus!
Trotz alledem freuen wir uns auch schon wieder sehr auf
daheim!