Dezember 01, 2006 Archives

+2006-12-01 Fr 23:14

schon wieder Abschied

Paco ist genial! Nachdem er ja von fast allem, was es in Jaén so an ONGs (Nicht-Regierungs-Organisationen) gibt, Direktor ist oder schon mal war, hat er uns ohne Probleme ein Auto organisiert, um zum Ackergrundstück von Juan Guevara zu fahren. Er leiht uns den Jeep der Caritas, samt Chauffeur!

Gleich in der Früh haben wir Juan und ein paar seiner Kinder (Gamaniel hat heute Geburtstag!) eingeladen und sind ca. 45 Minuten über Stock und Stein zu seinem Acker gefahren. An der Ortschaft "Lomo Santa" vorbei bis "Vista Alegre". Dort waren wir überrascht, dass er sogar ein einfaches Haus auf einem Teil seines Grunds hat. Mit Garten dazu, auf dem schon viele Obstbäume stehen. Das erspart ihm schon ein paar Soles für das Essen seiner großen Familie und hebt außerdem sicher auch die Qualität an. Strom gibt es dort oben noch keinen, aber es werden grad Leitungen vom Wasserkraftwerk in Jaén raufverlegt.

Dann mussten wir erst noch ca. 20min absteigen, um zu seinem wirklich ziemlich großen zweiten Grundstück zu kommen. Nur gut, dass es heute bewölkt und nicht ganz so heiß ist wie sonst! Der Weg und überhaupt der ganze Acker ist ziemlich steil, aber Juan sagt: "Andere sind noch steiler." Hier wuchs ausser einigen Obstbäumen (Guava, Orange, Zapote, Banane, Chirimoya, Kakao) noch nichts.



Zusammen mit Tagelöhnern hat er heuer erst das Unkraut gejätet und dann je zwei Kaffeesetzlinge in ca. 7000 "Löcher" eingepflanzt.



Seitdem pflegt er zusammen mit der Familie und Freunden alles allein. Im November hatte er seinen Jahresurlaub und war praktisch nur dort oben. Der untere Teil ist noch schön gejätet, aber sonst wuchert überall schon wieder das Unkraut. Ohne fremde Hilfe kommt er da einfach nicht mehr nach! Wir haben ihm aber gleich jede Hoffnung genommen, über unser Hilfsprojekt nochmal Geld dafür zu bekommen. Immerhin hat er uns gleich zweimal hintereinander enttäuscht und seine Versprechen nicht gehalten, indem der die Gelder für die Hausreparatur komplett in seinen Acker gesteckt hat. *seufz*

Nach 3-4 Jahren wird er die erste Kaffeeernte haben, wenn alles gut geht. Danach steht er finanziell viel besser da. Wir drücken ihm dafür ganz fest die Daumen!

Nach ca. 45min Aufstieg waren wir mittags wieder beim Auto. Die Kinder sind auf der Rückfahrt vor Erschöpfung eingeschlafen - dabei haben WIR sie doch getragen! :-)

In Jaén hat uns ganz überraschend Zoila aus Chiclayo angerufen: der Artikel über uns und Franciscos Adoption ist schon heute in der "La República" erschienen. Wir haben uns natürlich gleich ein Exemplar gekauft und tatsächlich: eine ganze Doppelseite mit großem Foto von uns! Per Mail haben wir's inzwischen auch als PDF bekommen.

Am Nachmittag haben wir dann noch weitere, aber gar nicht so schöne Überraschung erlebt. Die Laborergebnisse haben ergeben, dass inzwischen ALLE vier von uns Parasiten haben!!! Andy und Heidi ganz nette Würmer ("ascaris lumbricoides"), die angeblich ca. 20cm lang werden. Francisco und Marco "nur" normalgroße "giardia lambris", aber trotzdem nehmen wir jetzt alle das gleiche Medikament. Tja, das sind leider die unschönen Nebenwirkungen des heissen Klimas und der schlechten Wasserqualität. Dabei haben wir wirklich gut aufgepasst.

Da wir deshalb gleich noch in die Apotheke mussten sind wir mit einer halber Stunde Verspätung zum Treffpunkt im "Las Esteras" gekommen, wohin wir viele unserer Freunde für heute zum Abendessen eingeladen hatten. Juan hat gesagt: "Sie sind schon richtige Peruaner", weil die's meistens ja auch nicht so genau mit der Uhrzeit nehmen. :-)

Die Feier war wirklich sehr sehr nett. Es waren da: Félix und Rubetti mit ihren Töchtern Kathy und Milagros, der dienstälteste Radio-Mitarbeiter Homero, Lucha mit Tochter Carolina, Licha, Carlos Cruz, Audina mit Söhnen Rony und Jean-Carlos, Don Juan, Ralph, Paco, José Carrasco und auch der neue deutsche JMV-Freiwillige Udo Haufe.

José hat gleich als erstes den Zeitungsartikel über uns laut vorgelesen, hehe. Dann haben wir gut gegessen, Bier und "Gaseosas" getrunken und viel Spaß gehabt. Leider war ziemlich laute Musik, aber Homeros Sohn Homero "animiert" dort an den Wochenenden und hat uns natürlich speziell gegrüßt.





Tja, Abschiedfeiern heißt, dass es nun wirklich schon wieder dem Ende zugeht. Aber ein paar Tage bleiben uns ja noch.

Mehr Bilder:

Posted by Andy Spiegl | Permanent Link | Categories: Adoption

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