Hier findet ihr den Brief, den wir an unsere Freunde und Bekannten vor unserer Abreise verteilt haben. Darin stellen wir u.a. Radio Marañón in einem Interview mit dem ehemaligen Direktor Luis Tavara SJ vor. Inzwischen heißt der Direktor Paco Muguiro SJ, weil Lucho aus politischen Gründen das Land verlassen mußte.
in unserer Zeit erfahren wir durch all die modernen Kommunikationsmittel von Armut, Ungerechtigkeit und Unterdrückung überall auf der Welt. Diese Nachrichten rufen zwar kurzzeitig Entsetzen und Mitleid bei uns hervor, bleiben jedoch meist zu fern, zu anonym, um uns aus unseren Gewohnheiten zu reißen. Daran wollen wir für uns etwas ändern. Wir überlegen schon länger, wie wir es schaffen, unser Leben sinnvoll zu gestalten und unsere Fähigkeiten nicht vor allem für unsere Karriere zu nutzen, sondern in erster Linie für unsere Mitmenschen einzusetzen. Die großen Entwicklungshilfeorganisationen (DED, AGEH, GTZ, usw.) hatten alle kein Interesse an uns. Über unsere Gemeinde haben wir i n e s (Internationales Netz der Solidarität, s.u.) kennengelernt, wo wir von einem Projekt in Perú erfuhren, das uns so gut gefällt, daß wir nun beschlossen haben:
Wir werden nach Perú gehen und im Radio Marañón mitarbeiten.
Bei einem Informationswochenende von i n e s hatten wir die Gelegenheit mit Luis Tavara SJ zu sprechen, dem Direktor vom Radio Marañón in Jaén (ca. 60.000 Einwohner), im Norden von Peru, zwischen dem Hochland der Anden und dem Amazonas-Dschungel:
,,Lieber Luis, was bedeutet Marañón?``
,,Warum gibt es das Radio Marañón?``
Wir setzen uns auch für die Gesundheit der Bauern ein: Wir haben viele
Gesundheitstipps im Programm und die Krankenschwestern vor Ort melden uns
ausbrechende Epidemien, die wir sofort an die Behörden weiterleiten
und im Radio senden.
Wir versuchen, durch Aufklärung unsere Umwelt zu beschützen. Vor
allem große Firmen aus Kanada, Japan und USA holzen unsere
Wälder ab und zerstören den Lebensraum vieler Eingeborener.
,,Habt ihr auch ein Musikprogramm?``
Wir unterstützen auch die Landschulen tatkräftig. Wir senden
viel über neue Technologien beim Kaffee- und Reisanbau, beraten die
Bauern bei der Viehzucht und geben Tipps, wie sie mit Hilfe von
Kooperativen ihre Interessen gegenüber den Großgrundbesitzern
besser durchsetzen können. Wir setzen uns auch zusammen mit dem
staatlichen Ombudsmann für die Einhaltung der Menschenrechte ein.
,,Wie erfährt das Radio alles so schnell?``
,,Was hat Radio Marañón schon erreicht?``
,,Vielen Dank, Luis.``
Wie Ihr seht, ist das Radio eine wirklich gute Einrichtung zur Unterstützung der Bauern, die am Rande des Existenzminimums leben. Das Radio hat ca. 25 einheimische Mitarbeiter und sucht gerade dringend einen Computerexperten und eine Bürokraft. Deshalb möchten wir dieses Projekt unterstützen. Wir werden ab dem 26. Oktober 2000 für mindestens 1 Jahr dorthin gehen, eventuell auch länger, jedoch maximal 3 Jahre. In unserem Einsatz als i n e s-Mitarbeiter sehen wir eine sinnvolle Möglichkeit, unsere Kenntnisse und Fähigkeiten weitergeben zu können. Uns ist die Winzigkeit unseres Schrittes bewußt. Wir werden weder ungerechte Strukturen ändern noch den Armen direkt ,,helfen`` können. Unser Ziel ist vielmehr, Sorgen, Freuden, Gedanken und Lebensbedingungen der Menschen dort zu teilen und ein paar Schritte mit ihnen in ihrem Leben zu gehen und durch dieses Mit-er-leben ein wenig beim Tragen ihrer Last zu helfen. Vielleicht können wir ihnen ein Stück von uns schenken, so wie uns der eine oder andere vielleicht auch ein Stück von ihm geben wird. Wir erhoffen uns ein wenig mehr Verständnis, ein wenig mehr Annäherung zwischen ihrer und unserer Welt, die im Grunde genommen doch Eine Welt ist.
i n e s wurde von dem Jesuitenpater Horst Knott gegründet und ist keine Entwicklungshilfeorganisation im eigentlichen Sinn. i n e s will das soziale Engagement christlich motivierter Laien im In- und Ausland koordinieren und wendet sich an Frauen und Männer, die sich als freiwillige Mitarbeiter, sogenannte ,,volunteers``, solidarisch für Menschen einsetzen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Ein wichtiges Ziel ist es auch, daß die Freiwilligen aus ihrem Glauben heraus viel Erfahrung sammeln und später auch als Multiplikator wirken. i n e s hilft interessierten Laien bei der Wahl geeigneter Projekte. Regelmäßige Reflexionstagungen, ein intensiver Informationsaustausch sowie Angebote zur Vertiefung der geistlichen Erfahrungen, zum Beispiel Exerzitien, begleiten den spirituellen Integrationsprozess der engagierten i n e s-Mitarbeiter.
Der Förderkreis Damit unsere Erfahrungen nicht allein uns vorbehalten bleiben, sondern möglichst vielen Menschen nahegebracht werden und unsere Arbeit in beiden Ländern Früchte trägt, bauen wir uns einen Förderkreis auf. Angesprochen sind alle, die sich für das Land, seine Menschen, seine Probleme und für unsere Arbeit interessieren und die es sinnvoll finden, das zu unterstützen. In Rundbriefen werden wir alle Mitglieder über aktuelle Entwicklungen unserer Arbeit informieren und ihnen so ermöglichen, unsere Erfahrungen hautnah mitzuerleben. Da wir für unsere Arbeit nicht bezahlt werden, sind wir auf die Spenden dieses Förderkreises angewiesen. Und jetzt kommt das, was Ihr wohl schon befürchtet habt: Wir bitten Euch, uns während dieser Zeit zu begleiten und uns finanziell ein wenig zu unterstützen.
Insgesamt belaufen sich die monatlich anfallenden Kosten auf ca. DM 2000,- für uns beide. Die Verwaltung des Spendenkontos sowie die Ausstellung von Spendenbescheinigungen (ab DM 200,-) übernimmt die Missionsprokur SJ in Nürnberg. Falls Ihr Euch entschließt, uns während dieser Zeit finanziell zu unterstützen (einmalig oder bevorzugt monatlich), bitten wir Euch, Eure Spende auf folgendes Konto zu überweisen:
MISSIONSPROKUR SJ HypoVereinsbank Nürnberg
Königstraße 64 BLZ. 760 200 70
90402 Nürnberg Konto-Nr. 813532
Stichwort: INES, Spiegl
Bitte sagt uns über dieses Formular möglichst schon bald bescheid, damit wir Eure Namen und Adressen für die Rundbriefe und die Spendenbescheinigungen haben, und damit wir ein bißchen kalkulieren können.
Da wir in diesem kurzen Brief nicht alles unterbringen konnten, was Euch
vielleicht interessiert, könnt Ihr uns gerne noch weiter ausquetschen.
Wir sind für jede noch so kleine Spende dankbar!
Vielen herzlichen Dank!
Internationales Netz der Solidarität
PS: Weitere Adressen gibt's hier.
Hier geht's weiter.
|