Andy beim Bicicross des Radio MarañónLiebe Family und auserwählte Freunde des Radsports, :-)auch dieses Erlebnis wollen wir Euch nicht vorenthalten. Dazu ein Auszug aus unserem Tagebuch: 20.01.2001 - Samstag
Mit dem Rennen wird's wohl nix, zumindest nicht für uns. Eigentlich wollten wir heute ja die Strecke nochmal fahren, aber bei dem Regen macht das keinen Spaß und krank werden wollen wir auch nicht. [...] Um 13:15 Uhr gehen wir zu Miguel ins Radlgeschäft, um Heidis Radl wieder abzuholen, das sie am Donnerstag gleich dort gelassen hat, weil noch einiges nachgestellt gehört. Tja, viel hat er nicht gemacht und einen Platten hat es auch schon wieder. Wir finden 2 Stacheln im Mantel! Wir warten und schauen zu, während er weiterrepariert...mehr als eine Stunde. [...] Heim, auf's Radl geschwungen, nochmal zu Maria rauf, schnauf, schnauf, um die Waschmaschine mit unserer Wäsche anzuschmeißen. Aber immer noch kein Wasser...und jetzt auch kein Strom. Andy "schießt" zwei Kokosnüsse von der riesigen Palme in ihrem Garten. Weiter zu Rojas, (Andy schmeißt's direkt vorm Haus: sein Vorderrad bleibt in einem Schlagloch hängen (als er nicht aufpaßt), er kommt nicht aus den Pedalschlaufen und macht in Zeitlupe einen Vorderradstand und kippt um. Bisserl aufgeschürft, aber sonst Gottseidank nicht viel passiert.) um Roxana zu besuchen: aber sie ist gar nicht da. Wir geben unser Geschenk (eine große Tüte mit eigenen Zitronen) dem Carlos und fahren heim. 19 Uhr. Um 20 Uhr Kirche. Wieder etwas mehr Leute da. Und diesmal sogar eine Sänger-Gruppe mit drei Gitarren, die direkt gut spielen und singen. Die anderen singen (äh, besser: schreien) zwar immer noch falsch mit, aber es klingt schon wesentlich besser. Leider kennen wir die Texte nicht und auf den ausgeteilten Blättern stehen ganz andere Lieder. Wir singen aber z.B. auch das Taize-Haleluja und Gloria-Haleluja, wo wir mitsingen können. Daheim gibt's eine neue Spaghetti-Karotten-Sojarühreier Kreation von Andy, die uns recht gut schmeckt. Zur Nachspeise viele Mangos. Noch a bisserl Diario geschreibselt und ab in die Heia. Wir denken uns, daß es morgen wohl nix mit dem Bicicross wird, nachdem es jetzt zwar nicht mehr regnet, aber alles immer noch aufgeweicht ist. 21.01.2001 - Sonntag Wir stehen um 7:30 Uhr auf, aber es ist saukalt und bewölkt. Wir überlegen hin und her, aber da es so kalt ist, haben wir keine Lust zu fahren und uns eine Lungenentzündung zu holen. Mit der Zeit wird es allerdings immer wärmer und die Sonne kommt raus. Hm, wir stecken also doch mal unsere Radlsachen ein und machen uns auf den Weg ins Radio. Um 8:45 Uhr ist außer Hitalo noch keiner da! Das Rennen soll um 9 Uhr losgehen. Mal wieder typisch Peru, hihi! Andy beschließt, jetzt doch zu fahren, Heidi nicht. Andy fährt zu Miguel wg. Kettenöl und findet dort ein paar Teilnehmer, die aber noch gemütlich ihre Räder herrichten. Langsam tauchen am Radio ein paar Motocross Fahrer auf, die das Rennen begleiten sollen. Aber noch kaum Radlfahrer. Auch Radio-Mitarbeiter kommen so langsam und richten alles (Auto, Mikrofone, etc.) her. Andy bekommt noch ein Radio Marañón T-Shirt. Als dann nach 10 Uhr endlich die Teilnehmer da sind, kriegen alle eine Startnummer auf den Rücken mit Logo vom Radio Marañón und von Miguels Radlladen. Olinda macht Interviews mit den Teilnehmern ("Piensas ganar?" = "Denkst du, du gewinnst?"), auch Andy :-) ("Claro, voy a ganar para la Radio Marañón!" = "Klar, ich werde für Radio Marañón gewinnen!"), der auch was auf Deutsch sagen soll ("Auf geht's! Fahr ma los!") und es danach mit ("Vamos, vamos" = "Gemma") übersetzt :-). Im Endeffekt geht das Rennen dann gegen 10:45 Uhr los (als auch endlich die Polizei eingetroffen ist, um die Straßen zu sperren). Heidi fährt bei einem Motocross Fahrer mit und fotographiert und filmt.
Andy ist zwar immer weit hinten, aber nie der Letzte :-). Die Strecke ist direkt ein bißchen besser als am Donnerstag, nur ein kurzes Stück muß er sein Radl tragen, auch wenn ihm der Batz ganz schön um die Ohren spritzt. Im Batzstück überholt er sogar zwei andere, an der Steigung nach den drei Flußdurchquerungen (die er diesmal ohne Absteigen schafft!) auch einen und auf dem Abwärtsstück nochmal einen! Bis Bellavista macht's wirklich Spaß und geht super. Die Strecke ist auch landschaftlich wirklich wunderschön. Ab dann ist's aber nur noch Carretera, zwar mit weniger Schlaglöchern als am Donnerstag und ohne Wasserlacken. Dafür sticht die Sonne runter und es geht meistens bergauf. Die 18km ziehen sich ziemlich! Die Heidi ist lieb und besorgt immer wieder Wasser und fährt es Andy nach. Zwischendrin will er mal fast aufgeben, weil er schon so kaputt ist. Eine neue Ladung Wasser und zwei Traubenzucker aus der Hosentasche helfen ihm grad noch über die Runden.
Irgendwann kommt dann José mit dem Radio Jeep und einigen
Radlfahrern auf der Pritsche, die aufgegeben haben oder wegen
Materialschaden aufgeben mußten. Auch Demetrio und Juan Vasquez
hatten ein Problem: Sie sind mit ihrem nicht so geländetauglichen
Motorrad die Batzstrecke gefahren und dabei ist die Kette gerissen. Der
Fahrer von Heidi hat versucht zu helfen, aber im Endeffekt mußten sie
die ganze Strecke bis Bellavista schieben! Dort hat sie José dann
auch mit dem Jeep abgeholt (sie waren erst gegen halb vier wieder im
Radio!)
Dann löst sich ziemlich schnell alles auf. Andy gibt sein Radl - so total dreckig wie es ist - an Miguel zurück und fährt mit dem Mototaxi heim, wo er gleich von den Reisarbeitern begrüßt wird, von denen manche alles im Radio mitverfolgt haben. :-) Heidi kommt mit ihrem Radl nach. Wir ratschen viel über das Rennen (Nachholbedarf :-), waschen uns und weichen unsere Sachen ein. Nachdem sich Heidi beim Motorradfahren immer wieder mal den Fuß angehauen hat und deswegen einen dicken blauen Fleck am Zeh und außerdem das Fußgelenk ein bißchen verstaucht hat, fährt Andy (mit dem Taxi) zu Maria, um die - wegen Wassermangel (bei Maria) - immer noch ungewaschene Wäsche aus der Waschmaschine zu holen. Aber jetzt war Wasser da und er hat's eingeschalten. Der Taxifahrer war sehr redselig und hat Andy vor Marias Haus bestimmt eine Viertelstunde Sachen über Deutschland, Peru, Japan und USA gefragt. Wir essen nochmal Andys neues Rezept "Spaghetti-Karotten-Sojarühreier". [...]
Soviel aus Jaén!
|